Zwei Ecce-Homo-Motive von mehreren, die in der Passionszeit 2012 entstanden sind. Darstellungen der Szenen der Dornenkrönung und Verspottung Christi, des „Ecce-Homo-Motivs“, des Schmerzensmanns in der kunstgeschichtlichen Bildtradition. Die Collage, zusammengefügt aus Zitaten der Renaissancemalerei und Fotodetails von heute, sollen die Identifikation mit dem Passionsgeschehen ermöglichen.
„Seht, da ist der Mensch!“ Johannesevangelium
Das Atelierhaus Salzamt Linz hat anlässlich des NEXTCOMIC-Festivals 2012 einen internationalen Aufruf gestartet, eine Postkarte zum Thema „Zuhause“ zu gestalten. Alle 250 eingereichten Postkarten sind in der Ausstellung „Home Sweet Home“ im Atelierhaus Salzamt in Linz vom 15.3.–30.4.2012 zu sehen. Der Katalog zeigt – Holger Jagersberger, Leiter des Atelierhauses Salzamt, zufolge – die 100 schönsten und interessantesten Kartenmotive der Ausstellung.
Das Unikatbuch „EDO I/II“ entstand für den ABoT-Wettbewerb 2011 und war im Herbst des vergangenen Jahres auf der Frankfurter Buchmesse ausgestellt.
Die Faszination für das Fremdartige der japanischen Kultur und der Wunsch, die Menschen in der japanischen Hauptstadt, ihr Handeln und Denken nach Erdbeben, Tsunami und Reaktorkatastrophe zu verstehen, bildete in den Wochen nach dem 11. März 2011 den Antrieb für dieses Künstlerbuch.
Banana Yoshimoto, eine Schriftstellerin des Diogenes Verlages und eine der populärsten Autorinnen Japans, beschrieb in der ZEIT Nr.10, in einem längeren Dossier, wie sie das tragische Unglück und die Atomkatastrophe in Tokio, ihrer Heimat, erlebte und wie es ihren Alltag veränderte. Yoshimoto vergleicht die aktuelle Situation nach dem verheerenden Unglück in ihrem Land mit den Ereignissen in einem amerikanischen Zombiefilm „Dawn of the Dead 3“ und beschreibt den verstärkten Wunsch nach Leben: “Solange wir leben, ist noch nicht alles verloren.”
Anlässlich des 200. Geburtstags von Charles Dickens startete der SWR2 im Februar eine bemerkenswerte Sendereihe, in der Dickens Werk so interessant besprochen wird, dass es eine Freude ist, sich mehr und mehr auf seine politische Sichtweise und literarischen Äußerungen, seine Person und seine britischen Romangestalten einzulassen. Dickens als faszinierender, größter englischer Schriftsteller nach Shakespeare gelobt, wird auch als der Sozialreformer und Selfmademan vorgestellt.
Durch seine überbordenden Einfälle, seine metaphernreiche und bildreiche Sprache wurde er von späteren Schriftstellergrößen wie Franz Kafka oder Robert Walser und Theodor W. Adorno sehr verehrt und bewundert.
Die Radiosendungen von Elvira Seiwert und Anna-Dorothea Schneider möchte ich zum Nachhören empfehlen. www.swr2.de
Die Wolke über / Hanami und Godzilla / im Nordosten – lebt!
Das Haiku „Wolke über Hanami“, entstanden als Reaktion auf die Nuklearkatastrophe von Fukushima, Japan 2011, wurde zum Thema des neusten Siebdruckleporellos von Poste Aérienne. Neun Künstler (Leen van Hulst, Frederik Jurk, Ib Jorn, Dieter Jüdt, Cleo Schwinkowski, Boris Servais, C. Pom, Benedikt Rohlmann und Eva Maria Werner) schufen mit drei Farben neun Bildaussagen in originalgrafischer Technik. Der Leporello wurde in einer Auflage von 25 Stück in Berlin gedruckt und gebunden. Ein herzliches Dankeschön an den Projektleiter Dieter Jüdt, der für die sehr gelungene Umsetzung verantwortlich ist.
Wem Gott will rechte Gunst erweisen/ Den schickt er in die weite Welt/ Dem will er seine Wunder weisen/ In Berg und Wald und Strom und Feld/… dichtete Joseph von Eichendorff in seiner 1826 erstmals erschienenen Novelle „Aus dem Leben eines Taugenichts“.
„Und so brechen sie auf, in der Literatur jedenfalls, diese romantischen Künstler, Träumer, Wanderburschen und Taugenichtse auf der Suche nach dem Geheimnis, sehnsuchtsvoll dem Posthorn lauschend, wenn Aurora flammend weht und über dem Horizont die Sonne aufgeht, wenn die Ferne lockt…“, schreibt Rüdiger Safranski, Philosoph und Autor, in seiner im Hanser Verlag erschienenen großen Erzählung “Romantik–Eine deutsche Affäre”.
Andersens Märchen sind Weltliteratur. Seine unbekannteren, schrägen Kunstmärchen des Biedermeiers zeitlos. Sie können schrecklich tragisch oder herrlich absurd erzählen. Das Märchen “Der Floh und der Professor“ scheint irrwitzig und doch mit dem unverwechselbaren Blick seines Autors auf das Winzige, Unbekannte, das plötzlich typisiert, mit menschlicher Seele und menschlichem Selbstverständnis geschmückt wird. Der seltsame Begriff „Behendigkeit“ wird mehrfach in dem übersetzten deutschen Text verwendet. Ob Hans Christian Andersen ihn als Stilmittel und als Synonym für die damalige neue Mobilität der Ballonfahrt einsetzte?
Während auch Karl Lagerfeld It-Girls als Models wählt und fördert, sucht der junge Modedesigner Dandie Zimmermann andere Charaktere für seine Visionen. Seine sinnliche, androgyne Mode für starke, selbstbewusste Frauen tragen Models im Alter zwischen 15 – 50 Jahren. Es ist eine feinfühlige Ehrung der Frau, Kleidung als Ausdruck inneren Bewusstseins und erinnert an Fotos der großartigen Pina Bausch, die Mode von Yohji Yamamoto für Vogue trug, oder an die Denkerin und Diva, Susan Sonntag, in der Mode von Issey Miyake.
Die große Diplom Preview Show der Modedesigner ist am 29.10.2011 in Trier zu sehen.
Thy summer‘s play
My thoughtless hand
Has brush‘d away.
Am not I
A fly like thee ?
Or art not thou
A man like me?…
Der englische Dichter, Maler und Visionär William Blake (1757-1827), dessen Werk als
Prototyp des Künstlerbuches angesehen wird, hat diese wunderbaren Gedankenspiele
notiert. Die Illustration ist aus dem aktuellen Mikrokosmos 2011, „Songs of Tininess“
Mikrokosmos #19, herausgegeben von Poste Aérienne.
Dieses Jahr wird unsere Künstlergruppe Poste Aérienne zum fünften Mal Künstlerbücher und Buchprojekte auf der internationalen Buchmesse in Frankfurt präsentieren. MAYBE ist eines von drei neuen Projekten, die auf dem Stand ausgestellt werden.
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